Meinen Wasserkocher habe ich wahrscheinlich schon seit 12 Jahren, er hat mir immer gute Dienste geleistet, bis er nun ein Plastikstück von dem Deckelmechanismus verloren hat.
Nun kann ich ihn nur noch durch die Günche befüllen. Dieses Wort habe ich neu gelernt, es bezeichnet im Norddeutschen den Ausgussschnabel einer Kanne. Denn mein Wasserkocher ist ein so schönes Beispiel dafür, wie Alltagsobjekte einen mit den lieben Menschen im eigenen Leben verbinden.
Denn dieser hat denselben Wasserkocher und der hat schon seit längerem den gleichen Defekt. Ich denke fast jedes Mal, wenn ich den Wasserkocher benutze, an diesen Menschen.
Diese gedankliche Verbindung durch Gegenstände ist etwas so Schönes. Die Dinge verbinden mich mit der Welt und mitunter habe ich ganze Konversationen in meinem Inneren mit den Menschen, nur weil ich einen Gegenstand benutze. Ich bin ihnen ganz nahe und diese Verbindungen bedeuten mir sehr viel, besonders weil ich durch meine Erkrankung die meiste Zeit still und zurückgezogen lebe und mir Aktivität und Zusammensein nur an ausgesparten Momenten erlauben kann.
