Tun

Es ist so schwer, die Dinge einfach sein zu lassen. Sie geschehen zu lassen, sie nicht ständig zu bewerten und zu akzeptieren, dass die Welt ihren eigenen Lauf nimmt.

Dabei möchte man doch immer seinen Beitrag leisten. Verantwortung übernehmen. Etwas dazu beitragen, dass eine Situation besser wird.

Oft weiß man sogar, wie absurd das eigene Handeln wahrscheinlich ist. Und trotzdem kann man es nicht lassen, weil es das Einzige zu sein scheint, was man tun kann. Das Einzige, was man beitragen kann.

So trage ich nun die Verantwortung dafür, dass meine alte, von der extremen Hitze geschwächte Mutter das letzte Klimagerät bekommt, das als Retoure noch im Laden erhältlich war. Nun wird es eine abenteuerliche Reise durch die Republik antreten – nur damit sie, wenn die nächste Hitzewelle kommt, vielleicht die Erleichterung erfährt, die ich ihr so sehr wünsche. Obwohl ich nicht einmal weiß, ob sie diese Erleichterung überhaupt annehmen kann.

Und so kann ich – bei allen Anstrengungen, die es für mich und für all die Menschen bedeutet, die mithelfen, damit das Gerät gut ankommt – zumindest das Gefühl in mir tragen, etwas getan zu haben. Etwas, das mehr ist, als gute Gedanken zu haben und darauf zu hoffen, dass meine Mutter ihren Lebensweg eben so geht, wie es der ihre ist.