Wenn es zu viel wird und die Kräfte immer mehr schwinden, kommt der Tornado. Er ist der grosse Bruder vom Crash – letzterer ist ja eher der körperliche Zusammenbruch des Systems.
Der Tornado ist der innerer, seelischer Sog, der einen immer nervöser, fahriger und ängstlicher macht. Man hat keine Kraft mehr, die Gedanken und Gefühle klar zu führen und zu halten. Innerlich fühlt es sich an, als ob alles durch die Luft fliegt – man verliert den inneren Halt. Selbst die festesten inneren Sicherheiten können in solchen Momenten ins Wanken geraten.
Und das Krasse ist: Es hilft nichts anderes, als es auszuhalten und zu vertrauen, dass es wieder vorbeigeht. Denn dieses Gefühl ist Ausdruck einer schon länger zurückliegenden und/oder anhaltenden Überforderung. Diese lässt sich nicht durch Aktionismus stoppen, sondern nur durch Reduktion und Ruhe.
Ich kenne dieses innere Chaos nur zu gut und bin sehr dankbar, dass ich inzwischen einigermassen damit umgehen kann. Denn das Wichtigste ist und bleibt: Es ist nur eine Phase, die wieder vergeht!
Was mir akut in solchen Momenten hilft ist:
We listen but we don’t judge: Mich ins Bett legen und Gedanken sowie Gefühle einfach beobachten – nicht einsteigen oder bewerten.
Ablenkung durch Bekanntes: Ein vertrautes, beruhigendes Hörbuch hören, um innerlich Distanz zum Geschehen zu gewinnen.
Klarheit durch Struktur: Eine simple Übersicht erstellen (Themen, Gefühle, Aufgaben) mit den Fragen: Warum? Wieso? Wie? Wann? – das bringt Ordnung und erleichtert das Loslassen. Denn es gilt: Nichts davon wird jetzt getan!
Achtsamkeit im Moment: Um ganz im Bett und bei mir anzukommen schauen, was durch das Tor der Sinne zu mir kommt. Und immer wieder ruhig und tief mit Pausen atmen.
Dankbarkeit kultivieren: Mich an die kleinen und grossen Dinge erinnern die gut gelungen sind und für die ich dankbar bin – das schafft ein Gegengewicht zur Angst.
