Nichts, was man je im Leben gelernt hat, ist umsonst und kommt einem immer wieder im Leben zugute.
Eine Sache, die ich aus meiner ersten Berufsausbildung zur Tischlerin mitgenommen habe, ist ein recht präziser Kompass, zu wissen, an welcher Stelle ich selber denken darf, mitüberlegen muss und wann ich einfach zu tun habe, was mir gesagt wird. Auch habe ich gelernt, dass meine Befindlichkeit und Meinung eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Fachwissen, Kombinationsgabe und lösungsorientiertes Denken aber in jedem Moment eingebracht werden können.
Auch habe ich erlebt zu scheitern, denn im Handwerk sieht man den Fehler meist sofort.
Was mir in diesen Lehrjahren abverlangt wurde, hat also nicht nur dazu geführt, dass ich ein Handwerk gelernt habe, sondern es hat auch meine Seele geformt und mir, ohne dass ich es gemerkt hätte und ohne dass es ein formuliertes Lernziel war, die Kategorien Meinung, Befindlichkeit, Wissen und die Werkzeuge zum eigenen Denken, adäquate Handhabung meiner Emotionen und Entscheidungsfähigkeit mitgegeben.
Wie sehr mir dies das Leben erleichtert und auch hilft, mich durch diesen krankheitsgeprägten Lebensabschnitt zu navigieren, erfüllt mich mit Freude!
