Manchmal frage ich mich, wie die Welt für ein Kind ist, das mit einer nicht ganz gesunden Mutter aufwächst, die durch ihre chronische neuro-immunologische Erkrankung so viele Einschränkungen hat?
Als ich 2022 das erste Mal für eine Woche in der Klinik war, sagte mir ein lieber Freund, dass ich mich in das Vertrauen lehnen solle, dass meinem Kind alles zukommen wird, was es braucht, auch wenn es jetzt gerade nicht durch mich oder in einer anderer Form, als wie ich mir das vorstelle, zu ihm kommt.
Damit fahre ich ganz gut, und je besser ich die alten Bilder des gelingenden Lebens in mir loslassen kann, sehe ich, was ohne sie alles ist. Das lässt die Selbstzweifel schwinden.
Denn es ist so viel mehr als nur mein Unvermögen und Nicht-Können. Denn klar, ich kann nicht rennen, Fussball spielen, komplizierte neue Spiele lernen, lange vorlesen, toben, Musik laufen haben, Velo fahren, Ausflüge machen, ins Museum gehen, Wanderungen oder Städtetrips machen etc. Und doch hat mein Kind ein schönes Zuhause, in dem es ganz es selbst ist. Wir haben Ruhe, Rhythmus und Gemütlichkeit. Wir haben alles, was wir brauchen, und das grösste Geschenk ist das Vertrauen, das zwischen uns und in unseren Beziehungen lebt.
Und oft denke ich, dass diese Ruhe, die es bei uns zu Hause gibt, eben vielleicht genau das ist, was dieses Kind braucht, denn alles andere kommt ja sowieso!
