Purification

Als Purification bezeichnet man allgemein den Prozess der Reinigung, Läuterung oder Trennung von Verunreinigungen, um einen reinen Zustand zu erreichen.

Ob das Leben das eigentlich immer und mit jedem so macht, kann man wohl nicht ermessen, aber was das Leben mir abverlangt, ist im besten Falle das: Purification, im schlechtesten die Hölle von ME/CFS.

Denn ob ich will oder nicht, scheidet sich alles von mir ab, was entweder nicht essenziell oder tragfähig ist. Und das auf allen Ebenen: beruflich, finanziell und sozial.

Es ist hart, was man alles loslassen muss. Und je mehr weggeht, desto mehr ist man mit sich selber konfrontiert. Auch mit dem, was man selber für einen kräftezehrenden Quatsch hervorbringt.

Gerade das zu erkennen und sich die zwei simplen wie brillanten Fragen zu stellen – 1. Warum tue ich das? und 2. Welchen Benefit habe ich dadurch? – ist erschreckend, kräftezehrend und zugleich befreiend.

Denn das, was man da als Antwort bekommt, ist in den seltensten Fällen heroisch oder lobenswert, eher das Gegenteil, und doch ist es das Beste, was einem passieren kann, denn nur so wird man wahrlich die, die man tatsächlich ist, ohne wertvolle Kräfte zu verpulvern.

Crux an der Sache bleibt, dass auch seelische Prozesse Crashs auslösen und ich somit erschöpft und mit Seelenkater den grössten Teil des Tages im Bett ausharre und warten muss, bis die Baseline wieder am rechten Ort sitzt.