Nasser Hund

Als ich vor 30 Jahren mit dem Auto meiner Freundin für ein paar Wochen an die französische Atlantikküste gefahren bin, hat mir mein Vater den nassen Hund mitgegeben. Natürlich nur bildlich – denn das Ganze ist eine Übung, bei der man sich am ganzen Körper so schüttelt wie ein nasser Hund, der aus dem Wasser steigt. Damit schüttelt man alles das – was einen belästigt und bedrängt, was unangenehm und drückend ist – aus seinem Pelz. Er sagte, ich solle den nassen Hund machen, bevor ich losfahre – und dann meinen Urlaub geniessen.

Damals war Urlaub noch ohne Mobiltelefon und Internet – so richtig analog, mit Telefonkarte und einfach dem, was man vor Ort mit den Menschen, mit denen man war, erlebte.

Das scheint mir heute wie eine untergegangene Welt – an die ich schöne Erinnerungen habe.

Der nasse Hund begleitet mich noch heute – und jedes Mal, wenn ich ihn mache, ist mein Vater wie bei mir – und ich kann bestätigen: Der nasse Hund wirkt auch heute noch Wunder!