Das Leben geht seinen welchselsamen Lauf. Alles hat einen Anfang, eine Dauer und ein Ende.
Diese Bewegungen des Lebens mitzumachen, ist mir oft nicht adäquat möglich. Es ist zu viel aufs Mal. Es gibt Dinge, die kann man mit gutem Recht und Gewissen einfach ausblenden und loslassen. Sie bedeuten nichts im jetzigen Zustand. Dann gibt es aber Sachen, die betreffen einen zutiefst. Wenn es ums eigene Kind geht, die Eltern oder Geschwister und die wichtigsten Freunde.
Dann will man, ja man muss diese Bewegungen des wechselsamen Lebens einfach mitmachen, denn das ist das Essenzielle des eigenen Lebens.
Aber es hat einen hohen Preis.
Das Miterleben und die Mitgestaltung des Lebens des anderen nehmen Kräfte, die man eigentlich nicht hat. Es schmeisst einen gerade wieder zurück in eine Erschöpfung und kognitive Planlosigkeit, die man dann erst merkt, da man sie ja schon verlassen hatte. Und doch ist es das, was ich unbedingt irgendwie schaffen möchte, denn schaffe ich es nicht, bin ich mit dem Anfang und der Dauer meiner Erkrankung am Ende meines Lebens.
