Auf so vielen Ebenen kann man beobachten, wie fragil das Kräftegefüge mit ME/CFS doch ist, was geht, was nicht geht und was einen Crash auslöst, was man verträgt und was einen trägt.
Eine völlig neue Entdeckung ist: Ganz in sich zusammenfallen, weil man alleine ist. Und das nicht, weil es seelisch eng wird, sondern weil man ohne den anderen plötzlich noch deutlicher spürt, wie vernichtend erschöpft man ist.
Ich kenne noch aus gesunden Zeiten, dass man in den Ferien erstmal krank wird.
Das was ich jetzt kennengelernt habe, ist ein ganz ähnlicher Absturz. Denn wenn das eigene Kind und damit die Instanz, für die ich ja immer noch alles zusammengehalten bekomme, weg ist, werde ich ganz zu der, die ich eigentlich bin: eine unfassbar erschöpfte, chronisch kranke Frau.
So habe ich die letzten Tage nun im Bett verbracht und hoffe inständig, dass sich die Baseline nicht nach unten verschiebt.
