Kaki

Mit dem beginnenden Herbst tauchen auch wieder Kakis und damit eine ganz besondere Frau in meinen Gedanken auf. Kakis sind von ihrer Konsistenz, Textur und ihrem Geschmack schon speziell, und ich glaube, sie fallen in die Kategorie «Man liebt sie oder man liebt sie nicht!».

Ich liebe sie, und da meine Verbindungen zu Menschen viel mehr objektbezogen zu sein scheinen, als ich es je dachte, taucht nun auch die unglaublich beeindruckende Dame in meinen Gedanken auf.

Sie ist inzwischen sehr alt und seit ich sie kenne, ist sie von ihrer inneren Auffassung, ihren Werten und einem unkorrumpierbaren moralischen Kompass und einer Treue zu den Dingen und Menschen, mit denen sie sich verbunden hat, getragen. Sie hat einen gewieften Humor, eine wunderschöne Grosszügigkeit und eine Genauigkeit, auf die Verlass ist.

An ihr habe ich zum ersten Mal wirklich sehen können, was eine eigentliche Setzung ist. Also etwas, was man macht, woraufhin die Vorzeichen einer Unternehmung grundlegend anders werden. Denn sie kann einen wahnsinnig machen, wenn sie wie ein Supertanker einfach einen Kurs nimmt, der so schnell dann nicht mehr zu ändern ist. Aber man kann es auch annehmen, weil man sie und ihre intelligente Integrität respektieren und annehmen kann. Nichts ist wahllos, nichts unbedacht und alles auf eine Weise in eine Proportion gebracht, dass Andersartigkeit geschätzt sein kann.

Nichts ist plump oder gar dreist, selbst wenn es harsch ist. Es ist nie laut oder respektlos, denn alles, was aus dieser inneren Kraft und Ordnung getragen ist, hat eine Selbstlosigkeit, die am Ende Liebe ist, und das spürt man, auch wenn das eigene Leben aufgrund ihrer Setzung nun vielleicht komplizierter ist.