Hochzeit

Letzten Samstag war ich auf einer Hoch-Zeit. Es war kein juristischer, formeller Vorgang, sondern vielmehr ein innerlicher, verbindlicher. Ein Moment, in dem zwei Menschen ganz ihrer Art entsprechend ihre grosse Liebe zusammen mit ihren Liebsten gefeiert haben. Es war ein buntes und schönes Miteinander. So viele verschiedene Menschen aus so vielen verschiedenen Lebensphasen, aus so vielen Winkeln der Welt wurden zusammengerufen, um diesen Moment gemeinsam zu feiern und zu bezeugen.

Es mag ungewohnt erscheinen, dass ein Paar seine innige Verbindung und die gegenseitige Verbindlichkeit offenbart und mit einem rauschenden Fest bezeugen lässt – und das ohne den juristisch-formalen Schritt der standesamtlichen Eheschliessung zu vollziehen. Interessanterweise hatte ich im Nachhinein das Gefühl, dass dies vielleicht der ursprünglichen Idee einer Hochzeit am nächsten kommt.

Denn was war eine Hochzeit ganz früher anderes, als dass unter der Zeugenschaft der Clans bezeugt wurde, dass zwei Menschen sich in Liebe einander verpflichten?

Ich freue mich, dass ich bei diesem schönen Fest für ein paar Stunden Zeugin sein durfte. Dass ich Teil dieses bunten Clans bin – und dass das Leben so etwas Schönes wie diese bezeugte, grosse Liebe hervorbringt. Und was ich für mich persönlich als Erfolg verbuche, ist, dass meine Kräfte-Kalkulation erstaunlich gut aufgegangen ist: Vorschlafen – sowas gab es eigentlich nur in meiner Kindheit –, zum Fest gehen, um 23.00 Uhr im Schlummerschlaf sein, und danach zwei Tage im Bett ohne irgendwelche Verpflichtungen.