Ich habe eine neue Entdeckung gemacht. Den Himmel!
Ich muss nichts leisten, keinen Spaziergang machen, mich nicht aufraffen. Ich kann einfach erschöpft daliegen – und die Welt ist trotzdem da. Sie bewegt sich über mir. Wolken ziehen vorbei, das Licht verändert sich, der Abend kommt, Farben entstehen und verschwinden. Ich bin geschützt und geborgen und gleichzeitig mit etwas unermesslich Weitem verbunden.
Es ist so unglaublich schön, und ich kann es gar nicht fassen, dass ich diese profunde und tiefe Erfahrung, wie verbunden man durch den Himmel mit der Welt sein kann, erst jetzt mache.
Für mich war Natur immer das Wachsende und das Grüne und vielleicht auch das Wasser – etwas, zu dem ich mich bewegen muss, um mich verbunden fühlen zu können.
Es ist so ein Geschenk, dass ich nun zum ersten Mal eine Wohnung habe und damit einen geborgenen und entspannten Ort, an dem ich mich mit dem Himmel verbinden kann und seine Weite, Klarheit, Dramatik, Dynamik und sein Farbenspiel ganz in meine Seele lassen kann.
Plötzlich bin ich von zu Hause aus mit der großen, weiten Welt verbunden. Und auch wenn das ganz still geschieht, ist es doch etwas anderes als mein Leben mit der Wand am anderen Ort, die mir Ruhe und Stille gegeben hat.
Auch der Himmel ist still. Seine Veränderungen sind langsam und schenken mir so viele andere Qualitäten. Er macht meine Seele weiter und reicher.
Das zu erleben, ist bei aller Erschöpfung und dem Reigen der Symptome des Umzugscrashs ein unglaubliches Glück.
