Die Freundin, die den Garten auf Vordermann bringt, und der Hausmann, der mir die alte Wohnung übergabetauglich macht und mir in der neuen die Lampen aufhängt, der Vater meines Kindes, der mir den Keller umzieht, den ich vergessen hatte, beim Umzugsunternehmen mit einzukalkulieren, das Umzugsunternehmen, das mir von einer Stiftung finanziert wurde, die Freundinnen, die mir den IKEA-Wahnsinn erleichtert haben, die Psychologische Spitex, die mir geholfen hat, alles sinnvoll zu planen, und dann auch noch Kisten für mich gepackt hat, die Freunde, die mir ihren Gemüsekorb in den Ferien überlassen haben, der Freund, der mir einen Abschiedsmoment im Garten ermöglicht hat, das Nachbarschaftsnetz, das mit kleinen Hilfen so treu und lieb geholfen hat. All das hat es mir ermöglicht, von dort nach hier zu kommen, und ich bin unglaublich dankbar und weiss, wie privilegiert ich bin.
All diese Hilfen gibt es in meinem Leben. Und doch bin ich immer noch die, die diese nur anzunehmen vermag, wenn ich komplett verloren bin und nicht mehr kann.
Ich habe erst durch diese belastende und krasse Umzugsphase verstanden, dass Hilfe annehmen auch Pacen ist. Dass ich auch hier nur maximal 40 % selber machen darf, auch wenn ich meine, 70 % zu können.
Ich hoffe, ich habe es nun tatsächlich gelernt, dass ich mich nicht erst in den Crash gearbeitet haben muss, um das Recht zu haben, um Hilfe zu bitten.
Das Verrückte ist: Ich hätte behauptet, ich wüsste es schon und könnte es längst.
Dieser Umzug mit dem krassen Reigen an neuen Symptomen, der Hilflosigkeit und dem Entsetzen darüber, dass ich es bin, die in diesen Verhältnissen lebt, erlaubt mir jetzt endlich auch an dieser Stelle einzusehen, dass ich nicht mehr die bin, die ich vor ME/CFS war.
