Echo

Am 9. Mai war die Millions-Missing-Demo in Zürich, am 12. Mai der ME/CFS Awareness Day.
Ich gehöre zu den Millionen, die einfach verschwunden sind. Nicht komplett unsichtbar – aber aus den meisten Bereichen meines Lebens herausgefiltert. Und wenn überhaupt, dann nur noch als Light-Version von mir selbst.

Für die Demo gab es eine tolle Aktion: Man konnte ein Bild von sich gestalten lassen, das zeigt, worin man vermisst wird. Wir haben ein Bild gemacht, das meinen grössten Verlust beschreibt: keine gesunde Mama sein zu können.

Ich wollte gerne selbst nach Zürich gehen. Aber das war dann doch eine zu verrückte Idee.

Und jetzt kommt das, was mein Leben trotz allem so reich macht:
Es gibt echtes neues Leben – sogar im hausgebundenen Modus.

Durch die unbeschreiblich gute Arbeit von Long Covid Schweiz, die es schaffen, an den Themen, die uns betreffen, reflektiert, menschlich und faktenbasiert dranzubleiben, bin ich über Facebook über die Jahre mit Menschen verbunden, die ich noch nie gesehen habe. Menschen, mit denen ich keinen intensiven Kontakt habe – und mit denen ich mich trotzdem echt verbunden fühle.

Und so ist das Bild wie ein Echo, das mich mit meinem Kind in der schneebedeckten Welt zeigt, das digital bearbeitet wurde und dann als ausgedrucktes Bild in Zürich bei der Demo ausgestellt war, durch meine digitale Freundin, die ich noch nie in der physischen Welt getroffen habe, per Post zu und gekommen, wo wir es nun als gemeinsame Erinnerung in Händen halten können.

Jetzt als Erinnerung an eine Realität, die mit unendlich viel Verlust verbunden ist – aber eben auch mit dem einen oder anderen Gewinn.

Links:
https://long-covid-info.ch
https://projects.whatimean.ch/2026/03/24/bilder-sammlung/