Bevor es zum totalen Crash kommt, gibt es die Phase des Avatars, in der man nur noch aus Bewusstseinskräften mit letzter Kraft versucht, Energie zu sparen, obwohl man schon gar nicht mehr recht anwesend ist.
Es ist wirklich ein ganz seltsames Stellvertreterdasein, das man dann lebt, um möglichst unbeschädigt durch den Tag zu kommen. Denn oft ist es kräfteschonender, den Avatar weitermachen zu lassen, als in das gerade laufende System zu rufen: Ich kann nicht mehr!
Nach aussen sieht noch alles so aus, als ob es normal wäre. Ich erfülle die Handlungen noch. Es sieht so aus, als höre ich noch zu, ich gebe noch Antworten, ich tue noch so, als wäre ich ich. Denn ich weiss ja, wer ich bin, nur reicht die Kraft nicht, dass ich ganz da bin.
Es ist ein so filigranes Austarieren, ein paradoxes Spiel. Denn zu stoppen, sich zu entziehen, gerade in zwischenmenschlichen Zusammenhängen, kann manchmal so viel mehr Kraft kosten, als den Tag in reduzierter, vorgedachter Form ablaufen zu lassen und auf eine gute Nacht als Reset zu hoffen.
Und so rettet der Avatar mich oft vor dem Dunkel des Crashs, indem ich dann ganz abgeschieden im Nichts warten muss, bis wieder genügend Kraft für die Welt da ist.
