Autobahn

Ich habe wohl Glück, denn die Schmerzen, meine täglichen Begleiter, sind als moderat zu bezeichnen.

Spannungskopfschmerzen, mit denen ich täglich aufwache. Migräne, die ich – Gott sei Dank – oft durch einen echten Mittagsschlaf abwenden kann. Und die Schmerzen in Beinen und Thorax, zusammen mit den nervigen Missempfindungen, werden zu einem Grundton, den man nur schwer dauerhaft mit Gelassenheit aushält.

Und doch gelingt es mir über weite Strecken des Tages.

Wie mir das gelingt?
Der größte Helfer ist wohl der Segen der Pharmazie. Und dann hat es vermutlich auch mit Gewöhnung und Akzeptanz zu tun.

Was mir aber immer wieder Trost gibt, ist die Tatsache, dass ich als Kind neben einer Autobahn gross geworden bin. Wir haben einfach mit ihr gelebt. Ihr Grundrauschen war da – und doch hat es nie alles andere Leben überdeckt.

So versuche ich, mit den Schmerzen wie mit dieser Autobahn zu leben. Mich weniger darauf zu konzentrieren, wie es wäre, nicht neben einer Autobahn zu leben – sondern vielmehr darauf zu schauen, was das Leben neben einer Autobahn dennoch alles Schönes ermöglicht.