Mein Sohn wächst in einer so anderen Welt auf als ich. Und auch wenn ich mit Abseits, Mitarbeitenden und Trainer gross geworden bin und mein Sohn mit Offside, Staff und Coach, verstehen wir uns blendend.
Ich bin so dankbar, dass ich nicht im Abseits bin und dass meine Erkrankung so dazu beiträgt, dass ich das Wesentliche sehe. Ich kann mir gut vorstellen, dass mein Vor-ME/CFS-Selbst irgendwie aufgeregt gewesen wäre, dass sich meine Kindheitswelt nicht in den gleichen Begriffen bei meinem Sohn wiederholt.
Heute bin ich einfach dankbar, dass wir uns verstehen, dass wir zusammen eine Fussballnacht haben können und trotz bleierner Erschöpfung eine schöne gemeinsame und bleibende Erinnerung haben. Vargas gegen Vargas werden wir nicht vergessen, auch wenn ich lange Strecken des Spiels mit geschlossenen Augen verfolgt habe.
Mit ME/CFS wird man sehr ökonomisch mit der eigenen Kraft und man lernt, sich auf ganz anderem Niveau selber zu führen. Wesentliches scheidet sich von Unwesentlichem. Je besser man akzeptiert, was für einen noch machbar ist und worin man seine Kräfte investiert, desto weniger lebt man in der Gefahr, dass man ins Abseits der Nichtigkeiten gerät.
