Übergänge

Oft fällt einem gar nicht auf, dass das, was irritiert, schwer in der Seele liegt oder einfach extrem mühsam ist, eigentlich nur das dumpfe Gefühl der Orientierungslosigkeit ist, welches sich bei Übergängen einstellt.

Übergänge sind nämlich nicht immer klar markiert. Sie passieren einfach, weil z.B. die Umwelt einen anderen Blick auf einen wirft.

Erst ist es nur der Arzt, der schaut und bewertet. Da ist alles noch herrlich in Deckung. Dann kommt die Taggeldversicherung dazu mit unterschiedlichen Bewertungsmassstäben und -autorität: Plötzlich wird man als arbeitsfähig beurteilt und die Zahlungen werden eingestellt.

Das ändert die Lebensrealität radikal und macht einen komplett orientierungslos. Da passt nichts mehr zusammen!

Auch die erzwungenen Übergänge, wenn man zwar eine volle IV-Rente zugesprochen bekommt, aber trotzdem Sozialhilfe beantragen muss, weil die Kassen das so miteinander verabredet haben.

Gerettet hat mich, dieses Chaos in Kategorien zu ordnen, um in meiner Seele so wieder Ruhe zu finden.

Rechtsebene/Verabredungen: Wer sind die Player? Welche Regeln/Verabredungen gelten?
Gesundheitsebene: Wird meine chronische Erkrankung von medizinisch geschulten Menschen, die mich erleben, untersuchen und kennen, so beurteilt, wie es mir tatsächlich geht?
Zwischenmenschliche Ebene: Unterscheidung zwischen dem Menschen und seiner Rolle im System. Anerkennung, dass der konkrete Mensch wahrscheinlich sein Bestes gibt und ich das achten kann.
Vertrauensebene: Am Ende wird alles so sein, wie es zu sein hat, das grosse OHHMM!

Wenn ich alles auf der richtigen Ebene anschauen kann, ergibt sich in mir eine Ordnung, die mich orientiert und damit frei macht, zu erleben, was das Leben als Nächstes mit mir vorhat!