Lego

Abschiede sind so schwer! So schwer zu akzeptieren und zu vollziehen. Selbst dann, wenn man voll und ganz verstehen kann, dass etwas vorbei ist und nicht mehr so sein kann, wie es einmal geworden ist…

Es sind Ferien und bei uns in der Wohnung ist das totale Chaos ausgebrochen. Gefühlt ist nicht mehr an seinem eigentlichen Platz und es muss nun wirklich ganz dringend einmal die Wohnung richtig geputzt werden. Das geht aber natürlich auch nur, wenn ich es schaffe, diese zumindest ansatzweise aufzuräumen. Dann kann die Putzfrau kommen und mir helfen.

Und so gehe ich mit meinem Sohn durch den wirklich kräftezehrenden Prozess, die Anfang Januar angefangene und dann über Wochen weitergebaute Lego-Forschungsstation, die nun schon eine Weile nur Staub fängt, wieder zu zerlegen, um Platz in seinem Zimmer zu machen.

Ich kann dieses Nicht-loslassen-Wollen, das Schöne-behalten-Wollen, nicht durch den Schmerz des Abschieds und die zähe Arbeit des Zerlegens und Sortierens gehen zu wollen, so sehr verstehen.

Und doch kann ich jetzt, wo ich diesen Prozess durch meine Erkrankung im wahren Leben mache, so sehr schätzen, wie wichtig es ist, meinem Sohn zu helfen, es im Kleinen zu üben, um zu merken, dass es gut ist, alte Bilder des gelingenden Lebens loszulassen, Leere zu erlauben und darauf zu vertrauen, dass etwas Neues kommen wird.