Alles hat einen Anfang, eine Dauer und ein Ende.
Jede einzelne dieser Phasen ist etwas ganz Eigenes und wird durch die Übergänge zusammengebunden. Besonders gut leben wir diese Verläufe wohl dann, wenn sie angenehm und positiv sind – oder wenn wir gelernt haben, dass es diese Gesetzmässigkeit gibt und dass zu jedem Moment auch eine Gleichzeitigkeit von Gefühlen gehören kann, die auch sehr widersprüchlich sein können.
Die Tatsache des Abschieds lässt sich vielleicht nicht verändern, wohl aber die Form, in der man ihn vollzieht, und der Inhalt, den man in diesem Moment bereit ist, selbst hervorzubringen.
Man kann einen Abschied – bei aller Traurigkeit – auch feiern und sich für alles bedanken, was gut, schön und richtig war. So kann man sich bereit machen für das Neue, das nun kommt.
Mein Sohn hatte gestern einen solchen Moment, und ich bin so dankbar, dass ich – trotz meiner Erkrankung – durch sorgfältige Planung und den Mut, das Leben auch unter diesen limitierenden Umständen leben zu wollen, in der Lage war, etwas dazu beizutragen, dass die ersten drei Schuljahre in dieser Klassengemeinschaft einen schönen Abschluss finden konnten – mit einem kleinen Fest, mit Dank, Blumen und Freude, als eine schöne Erinnerung an den Abschied.
Das macht mich so froh – und mein Leben so lebenswert. Auch wenn mich spätestens morgen die totale Erschöpfung überwältigen wird und in die dunkle Waagrechte zwingt.
