Es gibt solche und solche Träume. Ich kenne Aufwachträume, in denen ich träume, ich könnte unter Wasser atmen oder in der Luft fliegen. Sobald ich dann im Traum bemerke, dass ich das als Mensch ja gar nicht kann, wache ich auf.
Dann gibt es Träume, die ich im tiefsten Schlaf habe und die wie Offenbarungen, Aufträge oder Wegweisungen sind – und die ich nie vergesse.
Und dann gibt es die, die zur Lebensverarbeitung gehören. So einen hatte ich letzte Nacht.
Es war ein langer Traum. Ich war an einem unbekannten Ort, und dort wurde mir gesagt, dass man mir medizinisch nicht weiterhelfen könne. Dann habe ich festgestellt, dass ich mein Telefon – und damit meine Orientierung und Verbindung zur Welt – verloren hatte.
Als Nächstes eröffneten mir die Kinder meines vertrautesten Freundes, dass ich nicht mehr mit ihm sprechen dürfe; sie würden es mir verbieten.
Dann wurde mir auch noch mein Portemonnaie geklaut – mit allen Ausweisen, Karten und dem Schlüssel zu meinem Zuhause.
Ich hatte also im Traum alles verloren, was irgendwie Sicherheit gibt und doch war ich innerlich nicht verloren, ehr verwundert und erstaunt.
Als ich aufgewacht bin, dachte ich nur: WTF! Was war das denn? Welch eindrucksvolle Offenbarung meiner Ängste! Denn nichts davon ist – Gott sei Dank – wahr!
Und auf der Tagseite der Dinge angekommen, kann ich so klar sehen: Auch wenn ich mich durch die krassen Lebensveränderungen der letzten Jahre schon mancher meiner Ängste entledigt habe, gibt es doch noch einiges, das ich fürchte – und mein Gottvertrauen wird damit täglich geprüft. Und was so ein tiefer bleibender Eindruck des Traums ist: Alles vergeht, aber das Innere Sein ist am Ende davon unberührt.
Welch fulminanter Aufruf zum Loslassen und Vertrauen!
